12. Juni 2020

"Latenter Rassismus in der Polizei! - Videokonferenz mit Vertretern der SPD NRW

Als am 25. Mai der Afroamerikaner George Floyd bei einer gewaltsamen Festnahme in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) ums Leben kam, gab es im Anschluss weltweite Proteste gegen Polizeigewalt, Rassismus und Diskriminierung.

Bei mehreren Versammlungen zeigten zehntausende Menschen auch in Deutschland Unterstützung und Solidarität für die internationale Bewegung „Black Lives Matter“. Auch wenn der Fall George Floyd nicht 1:1 auf Deutschland übertragbar ist, entbrannte auch hier eine mediale Diskussion über Polizeigewalt, Rassismus und Diskriminierung. Plötzlich - und das ist das interessante an diesem Phänomen – konnten viele Menschen von Ereignissen berichten, die genannte Themen zum Inhalt hatten bzw. haben. Dass sich allerdings die Bundesvorsitzende der SPD, Saskia Esken, vor die Presse stellt und behauptet, „auch in Deutschland gebe es latenten Rassismus in Reihen der Sicherheitskräfte“, ist ein Schlag ins Gesicht jedes Kollegen, jeder Kollegin innerhalb der Polizei.  

Als GdP-Kreisgruppe Recklinghausen können wir diesen Satz so nicht stehen lassen. Die Polizei ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, in deren inneren Strukturen es sicherlich schwarze Schafe gibt, die es herauszufiltern gilt. In diesem Zusammenhang von Latenz zu sprechen geht da allerdings zu weit und kommt einem Generalverdacht gleich.

Gerade diese Formulierung von Frau Esken hat den SPD-Landeschef Sebastian Hartmann und den für das Amt des Landrates des Kreises Recklinghausen kandidierenden SPD-Landtagsabgeordneten Michael Hübner dazu bewogen, das Gespräch mit der Kreisgruppe zu suchen.

In einer 45-minütigen Videokonferenz diskutierten die beiden SPD Politiker mit Vertretern des erweiterten Kreisgruppenvorstands über Polizeigewalt, Rassismus und Diskriminierung innerhalb der Polizei.

Im Verlaufe der Diskussion machte Sebastian Hartmann deutlich, dass die Meinung der SPD-Bundesvorsitzenden Esken nicht die Meinung der gesamten SPD widerspiegelt und er die Äußerung im Allgemeinen so nicht stehen lassen möchte. Diese Meinung vertrat auch Michael Hübner. Sebastian Hartmann wies zudem auf eine aktuelle, entsprechend differenzierte Presseberichterstattung Saskia Eskens und Einordnung anlässlich eines Besuches der Polizeiakademie Niedersachsen auf Einladung des niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius (SPD) hin. Hier konnte sich Frau Esken ein eigenes Bild von der Ausbildung bei der Polizei machen. Dieser Besuch hat ihre Meinung offensichtlich in eine andere Bahn gelenkt. Den beiden Politikern wurde verdeutlicht, dass Politik mehr Vertrauen in Polizeiarbeit haben sollte, ähnlich wie es 80% der Bürgerinnen und Bürger gegenüber ihrer Polizei haben. Die Polizei steht damit seit Jahren an erster Stelle im Ranking der Berufsgruppen mit dem höchsten Vertrauen innerhalb der Bevölkerung.

Am Ende haben sich beide Seiten darauf geeignet, den kurzen Draht zueinander zu halten und diskussionsbereit zu bleiben.

 

 
 
 
 
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